Fahrt nach Mwatate

12.11.2012 15:01

Am Wochenende war ich in Mwatate, einer kleinen Stadt im Raum Taita. Dort wohnt ein weiterer Freiwilliger, welcher Geburtstag hatte. Eine super Gelegenheit um auch mal seine Umgebung kennen zu lernen. Leider sind die Wochenendtrips nicht so unser Ding, denn es hat das komplette WE über geregnet. Trotzdem war es nochmal schön ein paar Berge zu sehen. Absolutes Highlight war das Schlachten einer Ziege am Samstag. Vom letzten Schrei bis zum gebratenen Fleisch auf dem Teller. Ist schon ein interessantes Erlebnis gewesen.

Ansonsten haben wir einfach viel geredet (klar war das ein oder andere Bier auch dabei). Genau beschreiben kann ich es heute noch nicht, jedoch hat mich dieses WE auch ein bisschen zum Denken angeregt. Muss wohl an der Luft gelegen haben. Intensive Gespräche über ernste Themen beeinflussen doch manchmal das eigene Denken und Handeln. Eine kleine,  auf wahrer Begebenheit beruhende Geschichte, welche mir berichtet wurde, möchte ich gerne hier einbringen ohne diese in irgendeiner Art und Weise zu kommentieren:

„Eine Frau mittleren Alters. Es ist nicht bekannt in welchem Familienstatus sie sich befindet, ob sie Kinder oder weitere Verwandtschaft hat. Auch ihre Vergangenheit ist unergründet. Ob sie mal ein Haus besessen hat, einen Garten oder gar Tiere, werden Personen welche dieses Buch lesen, als auch ich, niemals erfahren. Das einzige, was über besagte Frau bekannt ist, dass sie arm war und kein Geld hatte sich zu ernähren. Jeden Tag versuchte diese Frau in irgendeiner Art und Weise Geld oder Lebensmittel zu bekommen, doch Arbeit hatte sie nicht. Eines Tages kam ihr eine Idee. Das einzige was sie in ihrem Besitz hatte, war ein großer Topf. Also lieh sie sich Reis im Laden nebenan, welchen sie zubereitete und verkaufte. Das Verkaufen von Reis brachte keine großen Einkünfte, doch reichte es um am Ende eines jeden Tages den Reis zurück zu bezahlen und sich eine Packung Maismehl (zum Zubereiten von Ugali)  zu kaufen, welches sie täglich vor dem Hungerstot rettete. So verging Tag für Tag und die Frau schaffte es sich über Wochen am Leben zu erhalten. An einem Tag wie jedem anderen ging die Frau zu dem Laden neben an und borgte sich Reis, bereitete ihren Platz vor, wobei sie feststellte, dass ihr Topf über Nacht geklaut wurde…“